Die Schweiz ist ein Grasland. Gerade deshalb ist die Nutzierhaltung eine der wichtigsten Produktionsformen – nicht zuletzt in Berggebieten und auf Alpweiden. Sieben gute Gründe sprechen für unsere Nutztiere:
Rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Schweiz bestehen aus Wiesen und Weiden. Wiederkäuer wie Kühe, Schafe und Ziegen verwerten Gras und andere Futterpflanzen. Damit machen sie die Produktion von Milch und Fleisch möglich – auf Flächen, die für den Ackerbau ungeeignet sind. Von Menschen angesäte Kunstwiesen liefern nicht nur wertvolles Futter für Nutztiere. Diese Wiesen sind auch ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge. Sie tragen dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten sowie Krankheiten und Schädlinge einzudämmen.
Hofdünger wie Mist, Gülle und Kompost sind wertvolle Ressourcen der Nutztierhaltung. Sie schliessen natürliche Nährstoffkreisläufe, verbessern die Bodenfruchtbarkeit und reduzieren den Bedarf an energieintensiv hergestellten Mineraldüngern. Ganze drei Viertel des Düngerbedarfs werden in der Schweiz durch Hofdünger gedeckt. Dadurch sind wir weniger abhängig von Importen aus dem Ausland. Denn Kunstdünger wird in der Schweiz nicht hergestellt.
Als Allesfresser können Schweine viele Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie verwerten. Dazu gehören unter anderem Schrot, Molke sowie weitere Reststoffe, die sich nicht für den menschlichen Verzehr eignen. Jährlich verarbeiten Mischfutterhersteller mehr als 365 Tausend Tonnen Trockensubstanz dieser Nebenprodukte zu hochwertigem Futter für Nutztiere. Diese Menge entspricht knapp einem Viertel des in der Schweiz eingesetzten Kraftfutters.
Ziegen sind wahre Spezialisten, wenn es um die Pflege von steilen, schwer zugänglichen Böschungen geht. Sie sind sehr trittsicher und fressen Gehölze wie Brombeeren, Schwarzdorn oder Hasel. Damit helfen sie, die Verbuschung zu stoppen. Auch Kühe leisten ihren Beitrag zur Landschaftspflege, indem sie auf Alpweiden wertvolle Flächen offenhalten.
Nutztiere helfen mit, Lebensmittel dort zu produzieren, wo Menschen leben. Die Tiere tragen dazu bei, die Schweizer Bevölkerung mit Milch, Fleisch und Eiern aus heimischer Produktion zu versorgen und verringern unsere Abhängigkeit von Importen. Übrigens: Der Selbstversorgungsgrad bei tierischen Nahrungsmitteln beträgt in der Schweiz 93 Prozent.
Die Nutztierhaltung schafft Wertschöpfung entlang der gesamten Produktionskette. Sie sichert Einkommen und Arbeitsplätze nicht nur auf den Landwirtschaftsbetrieben, sondern auch bei Molkereien, Käsereien oder Metzgereien. Dadurch trägt sie wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung und Attraktivität des ländlichen Raums bei.
Nutztiere leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Durch die Beweidung von Wiesen, Weiden und Alpflächen halten sie Lebensräume offen und fördern eine vielfältige Vegetation. Ihr unterschiedliches Fressverhalten schafft abwechslungsreiche Strukturen, von denen zahlreiche Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten profitieren.
Die Nutztierhaltung bringt aber auch Herausforderungen mit sich, wie etwa Treibhausgasemissionen. Umso wichtiger ist eine standortgerechte Tierhaltung, die vorhandene Ressourcen effizient nutzt und die Kreisläufe schliesst.