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Gesundheit beginnt mit guter Fütterung

Hinter den Kulissen von UFA-Bühl: Was von aussen wie ein normaler Bauern­hof aussieht, ist in Wahrheit ein Forschungsbetrieb. Hier testet UFA ihr Futtermittel und dessen Auswirkungen auf die Tiergesundheit.

Hinter den Kulissen von UFA-Bühl: Was von aussen wie ein normaler Bauern­hof aussieht, ist in Wahrheit ein Forschungsbetrieb. Hier testet UFA ihr Futtermittel und dessen Auswirkungen auf die Tiergesundheit. 

Nebelschwaden liegen über den Feldern, ein neuer Herbsttag bricht an. Es ist ruhig rund um UFA-Bühl in Hendschiken (AG), dem Forschungsbetrieb für Futtermittel von UFA. Doch der Schein trügt: Schon seit 5.30 Uhr erledigt Betriebsleiter Daniel Keusch Büroarbeiten, während sich zwei seiner landwirtschaftlichen Mitarbeiter um die zurzeit 700 Tiere kümmern. Es sind gut 80 Muttersauen, 360 Mastschweine, 180 Aufzuchtferkel und 80 Mastkälber. Gegen Ende des Morgens werden noch 2200 Küken ein­treffen. Sie nehmen den Platz der 36 Tage alten Mastpoulets ein, die den Betrieb zwei Wochen zuvor verlassen haben.

Auch wenn UFA-Bühl von aussen wie ein normaler Tier­betrieb aussieht, wird schnell klar, dass es ein ganz besonderer Ort ist. Das fängt bei der Haltung in Kleingruppen an. «Welches Tier in welche Bucht kommt, überlassen wir nicht dem Zufall. So befinden sich beispielsweise bei den Ferkeln und Mastschweinen jeweils nur zwei von derselben Mutter in einer Bucht. Auch die Temperatur, die Einstreu und die Betreuungsperson pro Tierart sind in den Buchten gleich», erklärt Daniel. Er arbeitet seit 2016 auf UFA-Bühl und hat die Betriebsleitung im Januar 2024 übernommen. Nach der Büro­arbeit packt er am liebsten bei den Tieren mit an.

Forschung seit Jahrzehnten

Seit 65 Jahren führt UFA-Bühl Forschungsaufträge durch – Ende 2025 werden es 1065 sein. UFA ist die einzige Schweizer Mischfutterproduzentin, die mit einem eigenen Betrieb zu Futtermitteln für Schweizer Nutztiere forscht. Zu den aktuellen Forschungsschwerpunkten gehören Alternativen zu Sojaschrot wie Erbsen oder Algen oder der Einsatz von Nebenprodukten aus der Lebensmittelindustrie. «­Erfolgreiche Tierhaltung ist ohne gezielte Tierernährung kaum möglich. Futter ist mehr als Sättigung. Es ist der Schlüssel zur Tiergesundheit, Leistungsfähigkeit und Fruchtbarkeit», betont Barbara Eichenberger, Leiterin Forschung und Versuche bei UFA. «So ist es uns gelungen, den Rohproteingehalt in den Schweinemast­futtern zu senken – ohne Einbussen beim Tierwohl und bei der Leistung. Das Resultat: weniger Stickstoff in der Gülle. Das ist gut für die Umwelt», fasst die Forschungsleiterin ein Ergebnis zusammen. Seit vielen Jahren pflegt UFA internationale Forschungskooperationen, etwa mit dem niederländischen Institut Schothorst Feed Research. Auch im Rahmen der fenaco Forschungs-kooperationen mit Agroscope, ETH, FiBL und BFH-HAFL werden Projekte realisiert. Zudem wird eng mit fenaco GOF und UFAG Laboratorien zusammengearbeitet. 

Daniel Keusch, Betriebsleiter UFA-Bühl.
« Eine korrekte Fütterung stärkt die Abwehrkräfte der Tiere. »

Vom Versuch in die Praxis

Die Versuchsvarianten des Futters unterscheiden sich jeweils nur bei einem Faktor – etwa im Proteingehalt. Das UFA-Bühl Team kennt die Abweichung nicht. Jede Variante wird mehrmals geprüft. Eine akribische Datenerhebung ist entscheidend: Gewicht, Futteraufnahme, Wasserverbrauch und Gesundheitszustand jedes Tieres werden genau dokumentiert. «Wir füttern, misten und putzen fast wie jeder andere Betrieb auch. Aber die Zahlenarbeit unterscheidet uns wirklich», sagt Daniel. «Es ist zentral, dass wir die Tiere genau beobachten.» Die Ergebnisse lässt UFA in die Futterrezepturen einfliessen. Die Verkaufs­beraterinnen und -berater sowie die LANDI Mitarbeitenden werden an UFA Tagungen geschult, damit sie die Tierhalterinnen und Tierhalter optimal beraten können.

2200 Küken werden eingestallt

Mittlerweile ist es 11.15 Uhr. Pünktlich treffen die 2200 Küken – jedes rund 40 Gramm leicht – ein. Gelbe Wollknäuel wuseln über die Bodenwaage, bevor sie das UFA-Bühl Team von Hand abzählt und in Gruppen in die 16 Buchten verteilt. Vor dem Einzug der Küken haben die UFA-Bühl Mit­arbeitenden den Stall blitzblank hergerichtet. Er wurde komplett ausgemistet, mit dem Hochdruckreiniger ausgewaschen und desinfiziert. «Wir putzen täglich. Bevor wir Jungtiere einstallen, ist die Hygiene jedoch besonders wichtig. Es sollen keine Keime auf sie übertragen werden», betont Daniel. Die meisten Produkte dafür stammen von Halag Chemie, etwa das Stalldesinfektionsmittel, das Reinigungsmittel für die Milchautomaten der Kälber oder das Produkt für die Reinigung der Wasserleitungen bei den Küken. 

Herausforderungen heute und morgen

Top-Hygiene und bestes Futter allein reichen nicht immer. Tierseuchen wie die Blauzungenkrankheit oder die Vogelgrippe gehören leider zu den aktuellen Heraus­forderungen in der Tierhaltung. «Als Futtermittelunternehmen können wir in der Prävention dieser Krankheiten nur unterstützend mitwirken. Wir haben beispielsweise Leckschalen mit speziellen Zusätzen im Angebot, die für eine geringere Belastung der Tiere mit Fliegen sorgen. So kann das Risiko der Übertragung einer Krankheit durch Insektenstiche herabgesetzt werden», erklärt Barbara. Daniel ergänzt: «Futter allein heilt keine Krankheit, aber eine korrekte Fütterung stärkt die Abwehrkräfte und bildet die Grundlage für 
gesunde Tiere.»

Entwicklungsfeld Gesundheit

Gesundheit für Umwelt, Mensch und Tier ist eines von drei strategischen Entwicklungsfeldern der fenaco. Wir konzentrieren uns dabei auf alles, was mit Ernährung zu tun hat. Am Anfang stehen gesunde und verantwortungsvoll produzierte Lebensmittel. Dazu gehören auch gesunde Tiere. Mit UFA, Meliofeed, ufamed, UFAG Laboratorien und Halag Chemie vereinen wir schon heute eine geballte Ladung Kompetenz im Bereich Tiergesundheit. Darauf wollen wir ­aufbauen, neue Marktleistungen entwickeln und wachsen.

Futter für Haustiere

Schweizerinnen und Schweizer lieben ihre tierischen Freunde. Rund drei Millionen Haustiere halten sie insgesamt, die Hälfte davon sind Katzen. Habt ihr gewusst, dass die LANDI Läden schweizweit die grösste Anbieterin von Futter für Haustiere sind? Bei Hunde- und Katzenfutter gehören wir zu den Top Drei und beim Kleintier- und Vogelfutter belegen wir sogar den ersten Platz. Nebst dem Grundbedarf haben die LANDI Läden auch spezielle Produkte im Angebot, zum Beispiel getreide­freies, laktosefreies und glutenfreies Futter­mittel. Mit der Übernahme von Rolli-Pet, einer führenden Herstellerin von Wildvogelfutter in Europa, bauen wir unsere Aktivitäten in den Bereichen Tierfutter und Tiergesundheit weiter aus.

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